Der britische Satz-Designer

aubynEdward St Aubyn müsste sich eigentlich „Satz-Designer“ nennen. Der britische Autor feilt so lange und akribisch an seiner Prosa, bis sie funkelt. Seine wohlklingenden Sätze und seine feine Ironie mögen manchem Leser affektiert vorkommen – St Aubyns Fans sind geradezu süchtig nach diesem Sinn für Sprach-Ästhetik. In seinem aktuellen (aber auf Englisch schon 1998 erschienenen) Roman „Am Abgrund“ (Piper) führt die Liebe einen reichen Briten nach Kalifornien. Dort trifft er auf jede Menge anderer Sinnsucher zwischen Schamanen, Yogis und Gurus. Die Handlung ist fast nebensächlich, denn St Aubyn gibt fleißig spöttische Dialoge wider und springt munter von einem Protagonisten zum nächsten. Dass seine hochnäsigen Figuren auch Tantra-Sex ausprobieren, verwundert kaum. Ein exquisites Lesevergnügen für anspruchsvolle Genießer und milde Zyniker.

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