Literarische Sterbehilfe

wincklerKann man zu Weihnachten ein Buch über das Sterben schenken? Dieses schon: „Es wird leicht, du wirst sehen“ ist ein Roman, der tief bewegt und Hoffnung macht. Der in Frankreich aufgewachsene Autor Martin Winckler, selbst ein Arzt, erzählt die Geschichte des mitfühlenden Mediziners Emmanuel Zack. Frustriert von seinen Erlebnissen im Klinikalltag, beschließt Zack, seinen eigenen Weg zu gehen. Als Schmerzspezialist. Und als Begleiter von Menschen, die im Sterben liegen. Er lindert ihr Leiden und hilft ihnen, dann zu gehen, wenn sie es selbst wollen – und nicht die Apparatemedizin darüber bestimmt. Winckler gelingt etwas ganz Erstaunliches: für das brisante Thema Sterbehilfe findet er neue, kluge Worte. Auf gerade einmal 160 Seiten fasst er das Drama und Dilemma des Gesundheitssystems zusammen und zeigt menschliche Alternativen auf. Trotz dieser Kürze bleibt genug Zeit für berührende Schicksale und den Knick im Leben der Hauptfigur. Ein Roman, der aufrüttelt und schmerzlindernd wirkt. „Geschichten helfen uns zu leben und bereiten uns auf den Tod vor“ schreibt Winckler an einer Stelle. Stimmt genau. Vor allem dann, wenn sie so gut erzählt sind wie diese.

2 Kommentare
  1. Das klingt nach einem wirklich interessantem Buch. Wie man sich in der heutigen Zeit mit dem Tod auseinander setzen soll, wird durch die moderne Medizin häufig weggeschoben. Gestorben wird nicht mehr in der Familie, sondern weit weg im Krankenhaus, eventuell mit Schläuchen und Apparaten. Dabei wirft diese, neben dem großen Gewinn für die Menschheit durch Behandlungsmöglichkeiten, auch viele Fragen auf. Wie lange möchten wir behandelt werden, und wann möchten wir einfach gehen?
    Vielen Dank für diesen Hinweis, das Buch steht jetzt auf meiner Wunschliste.

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