Der will doch nur spielen…

knausgDieses literarische Projekt ist einzigartig: Karl Ove Knausgard schreibt sein ganzes Leben auf. Schonungslos, ehrlich, radikal. Zwei dicke Bände sind bereits erschienen, nun liegt „Spielen“ (Luchterhand) vor, der dritte von sechs geplanten Teilen. Diesmal schildert der Norweger seine Kindheit und Jugend. Er erzählt vom Entdecken und Fürchten – und selbstverständlich vom Spielen. Die schönste Szene: eine Gruppe Kinder macht sich auf die Suche nach einem Schatz, der sich am Ende eines Regenbogens befinden soll. Wie bereits in den vorangegangenen Büchern liefert Knausgard keine ausgefeilte Dramaturgie, kein Happy-End. Dennoch macht er aus den Banalitäten seines Alltags große Literatur. Der 45jährige ist ein versierter Erzähler mit einem geradezu unheimlichen Gespür für wunderbare Momente, flüchtige Gedanken und tiefste Abgründe. Im Vergleich zu den Bänden 1 und 2 schreibt er diesmal geradezu versöhnlich und weniger selbstkritisch. Als ob er ausnahmsweise nur spielen wollte…

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