Der Literat des politischen Kabaretts ist tot

dieterWas der Tod Dieter Hildebrandts in einem Literaturblog verloren hat? Sehr viel, wie ich finde. Denn für mich war Hildebrandt schon immer der Literat unter den Kabarettisten. Einer, der die deutsche Sprache mit Intelligenz und Wortwitz verdrehte und ironisierte. Und einer, der unglaubliche Schachtelsätze bilden konnte, an deren Ende treffende Pointen saßen. Einer, dessen Live-Auftritte ich am liebsten noch einmal geddruckt nachgelesen hätte, weil sie sprachlich so reich- und nachhaltig waren. Was Hildebrandt sagte oder in seinen Büchern schrieb (Foto: Cover seiner Biografie), hatte Substanz und Wert. Vom nichtssagenden Geplänkel diverser Comedians oder dem eigebildeten Gelaber mancher Kabarett-Unterhalter war er Welten entfernt. Was ihn darüber hinaus für mich zu einem echten Vorbild machte: Dieter Hildebrandt war seine Wut und seine Betroffenheit über politische-gesellschaftliche Entwicklungen oft anzumerken. Daraus entwickelte er große, wichtige Texte. Ich bin dankbar, dass ich zwei Mal beruflich persönlich mit Hildebrandt zu tun haben durfte. Ihn und sein Engagement werde ich vermissen.

1 Kommentar
  1. Philipp Elph sagte:

    Ita est!

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