Lesungen · Literaturblog · Moderation

Warum Romane wie Songs funktionieren

nesböminiSongs und Romane – zwei total unterschiedliche Formen, oder? Nö. Sagt Jo Nesbö. Der in 45 Sprachen übersetzte Thrillerautor war in den 90er Jahren einer der beliebtesten Musiker und Songwriter Norwegens. Auf seinen Lesungen in Frankfurt und München spielte er live einen Titel. Tatort-Kommissar Oliver Mommsen und ich assistieren – links ein Foto von unseren „Proben“ in der Hotellobby.

Nesbö verriet mir: „Beim Schreiben von Romanen und Songs gibt es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Songs sind so kurz, da muss man viel mit Anspielungen arbeiten und kann nicht alles dirket ansprechen. Sie müssen bei ihren Zuhörern sofort etwas auslösen. Wie eine Drei-Minuten-Geschichte in drei Akten. Auch wenn meine Romane oft 600 Seiten haben, ist es bei ihnen ähnlich: ich arbeite sehr stark mit Andeutungen und dunklen Räumen. Sonst wird es langweilig. Mir ist es wichtig, auf die Fantasie und die Intelligenz meiner Leser zu bauen – sie verstehen schon, was ich meine und entwickeln daraus eigene Gedanken. Diesen Prozess anzuregen ist viel spannender als eine Geschichte von A bis Z in allen Einzelheiten zu erzählen“.

3 Kommentare zu „Warum Romane wie Songs funktionieren

  1. Manche Anspielungen in Nesbös Thrillern machen mich fertig! Da denke ich, dass ich das Schlitzohr Jo kenne, kombiniere, klopf‘ mir auf die Schulter, weil ich weiß, worüber es schreibt, in welche Richtung es mich manipulieren will – und am Ende hat er mich manipuliert, ich bin auf den Gaukler reingefallen! Aber beim nächsten Mal lasse ich mich nicht wieder linken. Trugschluss!

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