Israelische Siedler sorgen für Unruhe

assafAssaf Gavron ist mutig. Mit seinen Romanen hält der 45jährige Israeli seiner Heimat den Spiegel vor – „Ein schönes Attentat“ schrieb er aus der Perspektive eines arabischen Selbstmörders, in „Hydromania“ skizzierte er das von Palästinensern besetzte Israel im Jahr 2067. Sein neuer Roman „Auf fremdem Land“ (Luchterhand) dreht sich um den Bau einer illegalen Siedlung im Westjordanland. Zunächst stehen nur ein paar Wohnwagen zwischen Kaktusgestrüpp und Felsen – doch schon bald kommen immer mehr Menschen. Das Militär schickt Soldaten. Zwischen Bauministerium, Planungskommissionen und Sperranlagenverwaltung entwickelt sich ein kurioser Kompetenzstreit. Die Postbehörde baut einen Sammelbriefkasten auf, Anwälte und Parlamentsmitglieder besuchen die Siedlung. Während sich der Konflikt verschärft, konzentriert sich Gavron auf zwei seiner Protagonisten: Roni und Gabi, Brüder mittleren Alters. Gabi ist ein streng gläubiger Jude, der stundenlang betet. Roni, ein ehemaliger Investmentbanker, pfeift auf den Schabbat und will mit einem Araber ins Olivenöl-Geschäft einsteigen. Gavron hat zwei Bücher unter einem Einband vereint: eine brillante Satire und ein ernsthaftes Epos über zwei Brüder, die für all jene Widersprüche stehen, mit denen sich fast alle Israelis auseinandersetzen müssen.

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