Rezension · Romane

Der verrückte Onkel Grischa

gorelikFamilienromane? Oft zu lang, zu langweilig, zu langsam. Da musst erst die Münchner Autorin Lena Gorelik mit „Die Listensammlerin“ (Rowohlt) kommen, um zu zeigen, dass man in diesem Genre auch kreativ und komisch sein kann. Und trotzdem liebevoll und mitfühlend. Goreliks Hauptfigur Sofia, eine junge Mutter, legt Listen an, um sich im Alltag besser orientieren (und ablenken) zu können. Eines Tages findet sie in der Wohnung ihrer dementen Oma eine alte Listensammlung in kyrillischer Schrift. Sie stammt von ihrer Familie, die in den 70ern aus der Sowjetunion nach Deutschland kam. Das Besondere: diese Listen und Geschichten erzählen vor allem von Onkel Grischa, einem schrägen, unangepassten Typen. Seine Erlebnisse sorgen für einen gelungenen Kontrast zur Rahmenhandlung. Lena Gorelik springt gekonnt und spielerisch zwischen Gegenwart und Vergangenheit und wechselt die Perspektiven. Ach ja, und dann sind da noch die köstlichen Listen – von „Männern mit schönen Händen“, „Was ich Mama wünsche“ oder „Dinge, die Anastasia sammelt“. Ein Roman, der seine Leser toll unterhält und dabei ganz automatisch Leichtigkeit und Wärme verbreitet.

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