Timm allein auf der Insel

timmEin Mann. Eine Insel. Sonst nichts. Eschenbach heißt der Mann, und er ist die Hauptfigur in Uwe Timms neuem Roman „Vogelweide“ (Kiepen- heuer & Witsch), soeben nominiert für den Deutschen Buchpreis. Zur Story: Eschenbach beobachtet Vogelschwärme – ein Job für ein paar Monate. Diese Zeit nutzt er, um zurückzublicken auf das, was er verloren hat: seine Ehe, seine Freundin, seine Firma. Ob es an Anna lag? Mit ihr, der Frau seines besten Freundes, hatte Eschenbach eine Affäre. „Sie waren von Sinnen“ schreibt Timm und schildert in Rückblicken, wie sich die Lehrerin und der Unternehmer begehrten. Eines Tages war alles vorbei. Jetzt, sechs Jahre später, möchte Anna Eschenbach besuchen. Als sie auf der Insel ist, stellen die beiden fest: „Das ist das Paradox-Schöne am Begehren, es hört auf, kommt an sein Ziel. Und danach? Stillstand, Langeweile. Oder Mord und Totschlag. Das Normale.“. Trotz der spürbaren Ernsthaftigkeit des Paar-Porträts umgibt den Roman eine gewisse Leichtigkeit. Wie ein gutes Glas Wein, das nachdenklich machen kann und doch beschwingt.

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