Neuerscheinung · Rezension · Romane

Mit magischer Tinte geschrieben

fuego„Die Serra Morena ist steil, feucht und fruchtbar“ – mit diesem Satz beginnt die Brasilianerin Andréa del Fuego ihren Roman „Geschwister des Wassers“ (Hanser). Es ist eine Geschichte vom harten Leben auf dem Land, von drei Geschwistern, von einer vergangenen Zeit. Um 1910 hat del Fuego ihren Roman angesiedelt. Ins Haus der Familie Malaquias schlägt der Blitz ein, die Eltern sterben. Ab sofort müssen die Kinder Julia, Nico und Antonio allein klarkommen, und wie sie das auf unterschiedlichen Wegen über Jahrzehnte tun, schildert del Fuego in kurzen, ungeschönten Sätzen. Ihre Sprache ist so rau und reduziert wie das entbehrungsreiche Landleben. Ab und zu jedoch schlägt bei ihr sprachlich der Blitz ein, dann funkelt die 38jährige Autorin mit Poesie. Im Interview sagte mir Andréa del Fuego, sie habe das schmale Buch mit „der Tinte realistischer Magie“ geschrieben und wolle damit ihre Vorfahren würdigen. „Geschwister des Wassers“ ist eigenwillig und bisweilen etwas spröde – anspruchsvolle Literatur für Leser, die abseits des Mainstreams nach neuen Erfahrungen suchen.

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