Merkel und der Mord

faberWillkommen im Bundeskanzleramt! Wo geheime Netzwerke die Politik beeinflussen, skrupellose Machtmenschen an ihren Karrieren feilen und die Kanzlerin mit fragwürdigen Mitteln ihre Position festigt. Jan Faber führt die Leser seines Romans „Kalte Macht“ ins Heiligtum der deutschen Politik. Er macht dies so rasant, dass das Heute-Journal und die Tagesthemen dagegen wie Kaffeekränzchen wirken. Fabers Hauptfigur, die Staatssekretärin Natascha Eusterbeck, bekommt von der Kanzlerin die Aufgabe, ihre Behörde genau unter die Lupe zu nehmen. Mit schwerwiegenden Folgen: Eusterbeck gerät zwischen die Fronten, wird anonym bedroht, und ihre Ehe zerbricht am Stress im Job. Je mehr sie nachforscht, umso deutlicher werden brisante Abhängigkeiten zwischen Politik und Wirtschaft. Hinter dem Pseudonym Jan Faber steckt ein anonymer Insider, und er stellt eine extrem provokante These auf: dass die Kanzlerin (eindeutig gemeint: Angela Merkel) nur deswegen so mächtig wurde, weil sie den Ex-Kanzler (eindeutig gemeint: Helmut Kohl) erpressen konnte – mit den wahren Hintergründen eines Mordes (eindeutig gemeint: das Attentat an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen 1989). Das ist gewagt. Und genau richtig. Denn so muss ein Polit-Thriller sein: mit politischer Sprengkraft, zu Diskussionen anregend und mitreißend. Kleinere Mängel bei der Figurenzeichnung fallen angesichts dieser Qualitäten nicht so sehr ins Gewicht. Ein überzeugendes Debüt! 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: