Diktatur des Vergessens

profotoEr steht auf der Liste der 20 besten spanisch-sprachigen Schriftsteller unter 40 Jahren: Patricio Pron. Völlig zu Recht, wie der neue Roman des Argentiniers zeigt: „Der Geist meiner Väter steigt im Regen auf“ (Rowohlt) ist aufwühlend und vielseitig, stilsicher und authentisch. Pron erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der nach acht Jahren in Deutschland zurück nach Argentinien kommt. Sein Vater liegt im Sterben, und zum ersten Mal interessiert sich der Heimkehrer für die Geschichte seiner Familie. Er recherchiert. Und findet heraus, dass seine Eltern während der Militärdiktatur aktiv im Widerstand waren. Dann erinnert er sich. An die Angst, die herrschte, als er klein war. An die Furcht vor Verrat, Verschleppung, Mord. An das Misstrauen und die Vorsichtsmaßnahmen. Er beschließt, über die Oppositionellen und ihre Peiniger zu schreiben: es ist die wahre Geschichte von Prons Eltern und ihrem mutigen Kampf. Ein großes Plädoyer gegen das Vergessen – auf nur 221 Seiten.

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