Zu dick aufgetragen

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So, so. Das sind sie also angeblich, die ganz großen Romane dieses Frühjahrs: „Bonita Avenue“ von Peter Buwalda (Rowohlt) und „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ von Adam Johnson (Suhrkamp). „Mitreißend, poetisch und sensationell“ seien sie, behaupten die Verlage und manche Rezensenten. Und tatsächlich: die Plots klingen viel-versprechend, die Titel und das Coverdesign wecken Neugier. Doch dann folgt Enttäuschung. Adam Johnson schildert die Lebensgeschichte eines Nordkoreaners so lustlos und trocken, als ob er seine Leser bewusst testen will – werden sie wirklich 700 Seiten lang durchhalten? Und Peter Buwalda? Der ist zwar ein begnadeter Erzähler, aber er trägt zu dick auf. Sein niederländisches Familiendrama verzettelt sich in Nebenplots und Rückblicken. Auch bei ihm fragt man sich nach 350 Seiten, warum man die doppelte Länge bewältigen soll. Schade um die spannenden Themen. Aber in diesen beiden Fällen wären kräftige Kürzungen wirklich besser gewesen.

 

2 Kommentare
  1. Ich habe 250 Seiten von Buwalda gelesen und bisher gefällt es mir gut, auch wenn die ganz große Begeisterung (die durch Vergleiche mit Franzen angefacht wurde) bisher ein bisschen ausbleibt – mal schauen, wie mir der Rest gefallen wird.

  2. Dann wünsche ich gutes Durchhalten! Die ersten 250 fand ich auch ganz gut… Aber von wegen „der neue Franzen“ oder Roth…

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